Jasmin Edelbrunner: No. 2

Installation 

Jasmin Edelbrunner schlüpft in ihrer neuen Serie von inszenierten Fotografien in die Rolle fiktiver Künstlerinnenfiguren. Die dargestellten Kunstwerke werden nur für das jeweilige Fotosujet geschaffen und agieren als Beiwerke, die sich im Laufe des künstlerischen Prozesses in Requisiten verwandeln. Wie sich die fiktiven Figuren präsentieren und welche Art von Kunst sie schaffen orientiert sich an deren Wesenszügen. Nachdem eine Fotografie beendet ist verändert Jasmin Edelbrunner die Form ihrer Requisiten. Sie faltet sie, schrumpft, zerbricht, zerlegt, weist ihnen eine neue Funktion zu oder lässt sie schmelzen.

Die Fotografie “No.2“ hält einen Moment fest, in dem eine Künstlerin gerade dabei ist ihre Pilzskulpturen für eine Installation aufzubauen. Die Fotografie wurde als C-Print kaschiert auf Dibond ausgearbeitet.

Die fragilen Pilze scheinen wie selbstverständlich aus einer Metallkette emporzuwachsen und aus dem Betonboden zu sprießen. Sie wirken neugierig und verspielt. Sie verkörpern eine Lebendigkeit in einer Umgebung der Starre. Der Raum mit seiner strahlend weißen Wand und dem grauen Betonboden erinnert an die Charakteristik zeitgenössischer Ausstellungsräume. Die Künstlerin, mit stolzem Blick dem/der Betrachter*in zugewandt, ist merklich zufrieden mit ihrer getaner Arbeit. Zuversicht scheint durch – nur noch ein paar Handgriffe. Die gesamte Szene erweckt den Eindruck es handle sich hier um den vermeintlich letzten Schnappschuss vor Beginn der Ausstellung.

In Wirklichkeit existiert dieser Raum nicht. Diese Ausstellung wird nie stattfinden, die Künstlerin ist frei erfunden und die Kunstwerke wurden nur für diese Fotografie erschaffen. Alles an diesem Bild ist inszeniert.

Die Pilzskulpturen scheinen als wären sie aus Marmor geschlagen oder aus Porzellan gegossen, um für ewig zu bestehen. Aber auch sie sind nur eine Momentaufnahme und bestehen aus vergänglichem Material („Kaltporzellan“, Natron und Speisestärke). “No.2“ ist das zweite Bild einer begonnenen Serie an inszenierten Fotografien, die um fiktive Künstlerinnenfiguren gebaut sind. Die dargestellten Kunstwerke werden nur für das jeweilige Fotosujet geschaffen und agieren als Beiwerke bzw. verwandeln sich im Laufe des künstlerischen Prozesses in Requisiten. Die Machart der Kunstwerke und die Form ihrer Präsentation orientieren sich an der Figur, in deren Rolle ich jeweils selbst schlüpfe.

Jasmin Edelbrunner, 1983 in Graz geboren, lebt und arbeitet in Wien. Nach ihrem ersten Studium der Publizistik, in Kombination mit Theaterwissenschaften und Soziologie, diplomierte sie 2016 an der Universität für angewandte Kunst Wien am Institut für Bildende Kunst. Ihre Arbeiten sind in nationalen sowie internationalen Ausstellungen vertreten. Aktuell widmet sich die Künstlerin in ihrer Arbeit der inszenierten Fotografie.
jasminedelbrunner.info

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