Ein Gespräch mit Marina Iglesias, Musikerin und Performerin in der mobilen Performance „Stein & Flöte“.
Marina Iglesias ist Flötistin. Sie studierte in Spanien sowie am Mozarteum in Salzburg. Marina ist im Bereich der Neuen Musik tätig und konzertiert mit verschiedenen Ensembles und Orchestern im In- und Ausland. Sie ist Gründungsmitglied von NAMES – New Art and Music Ensemble Salzburg – und arbeitet zudem als Musikpädagogin. Am Toihaus wirkte sie bereits in Produktionen wie „Klingende Dinge“, „Himmelbunt“, „Meer hören“ und „Spieltöne“ mit. Seit Februar 2026 ist sie mit der neuen mobilen Toihaus-Performance „Stein & Flöte“ in Kindergärten und Krabbelgruppen unterwegs.
In einem gemeinsamen Gespräch sprachen wir über die Entstehung der Performance und der Musik im Probenprozess, die Unterschiede zu anderen Toihaus-Produktionen sowie über das Zusammenspiel von Flöte und Steinen.
Wie war die Entwicklung der Performance für dich?
Marina: Wir haben schon im Sommer begonnen, die Idee für ein Stück mit Flöte und Steinen zu entwickeln. Je intensiver wir uns in den Proben damit auseinandergesetzt haben, desto mehr Ideen und Metaphern sind entstanden – darüber, welche Räume Steine öffnen können. Zum Beispiel das Thema Zeit: Steine wirken, als wären sie unveränderlich und ewig, aber das stimmt nicht. Sie haben ihre eigene Zeitlichkeit, nur nehmen wir ihre Veränderungen kaum wahr. So sind nach und nach die Ideen gewachsen.
Wie war für dich der Umgang mit den Steinen während der Proben?
Marina: Er unterscheidet sich stark von den Materialien, die sonst im Toihaus verwendet werden. Tücher, die fliegen, oder Ton, den man formen kann, verändert man aktiv mit dem eigenen Körper. Die Steine hingegen bleiben, wie sie sind – wir sind es, die sich anpassen müssen.
Bei der Performance ahmst du mit deiner Flöte die Klänge nach und machst sie dadurch fühl- und erlebbar. Wie bist du dabei im Probenprozess vorgegangen?
Marina: Genau, die Idee war, das Publikum mithilfe von Klängen in diese Steinwelt eintauchen zu lassen. Die Geräusche haben viel mit Erdung zu tun. Die Flöte wird aber oft mit Luft und Leichtigkeit assoziiert. Deshalb haben wir versucht, Klänge zu entwickeln, die eher die Texturen und die Körperlichkeit von Steinen widerspiegeln.
Wie gehst du beim Komponieren vor?
Marina: Wir improvisieren viel während des Probenprozesses. Dabei entstehen oft sehr schöne musikalische Momente. Ich habe dann ein Aufnahmegerät dabei, um diese Ideen festzuhalten. Mit diesen ersten Impulsen arbeite ich weiter und entwickle daraus Melodien.
Steine und Flöte – wie passt das zusammen?
Marina: Beides sind Elemente, die Geschichten ohne Worte erzählen – und genau darin liegt ihre Kraft. Es ist eine ungewöhnliche Kombination, aber die Musik der Flöte und die visuelle Präsenz der Steine ergänzen sich auf sehr stimmige Weise.
Du hast schon bei verschiedenen Toihaus-Produktionen mitgewirkt. Worin unterscheidet sich die Arbeit an „Stein & Flöte“?
Marina: Ein großer Unterschied ist, dass ich diesmal alleine performe. Wenn man mit einer zweiten Person arbeitet, verteilt sich die Verantwortung anders. Ich brauche eine andere Form von Präsenz. In früheren Produktionen stand meine Musik im Austausch mit dem Tanz der Kolleg:innen. Diese Impulse fehlen hier. Stattdessen entstehen sie im Zusammenspiel mit den Steinen und dem Publikum. Ich bin gleichzeitig Musikerin und Performerin, und wir haben daran gearbeitet, diese beiden Rollen in ein Gleichgewicht zu bringen.
„Stein & Flöte“ ist eine mobile Performance – du spielst in Kindergärten und Krabbelgruppen. Was ist für dich das Besondere daran?
Marina: Normalerweise kommen die Kinder ins Theater und sind Gäste. Hier ist es umgekehrt: Ich bin Gast in ihrer Umgebung und muss mich an neue Räume anpassen. Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen, weil es keine klassische Bühne gibt. Wichtig ist – unabhängig vom Ort –, die Aufmerksamkeit der Kinder zu halten. Dafür muss man offen bleiben und auf ihre Reaktionen eingehen.
Was können Kinder und Pädagog:innen bei „Stein & Flöte“ erwarten?
Marina: Wenn ich spiele, versuche ich, eine Ruhe zu vermitteln. Ich lade dazu ein, bei sich zu bleiben, zur Ruhe zu kommen und die Klänge bewusst zu erleben – offen zu sein für das, was entsteht, und diese Ruhe zuzulassen.
Wie würdest du die Performance in einem Wort beschreiben?
Marina: Ausatmen.
