Fokus Japan

150 Jahre österreichisch-japanische Freundschaft.

2019 im Toihaus.

2019 feiern Österreich und Japan das 150-jährige Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen 1869.

Der kulturelle Austausch zwischen Österreich und Japan ist intensiv und vielseitig – seit langem auch im Toihaus.

Eine interessante Persönlichkeit, bei der japanische und österreichische Einflüsse in der Biographie zusammenkommen ist die Schriftstellerin Milena Michiko Flašar. Geboren in St. Pölten und aufgewachsen in Österreich, weist ihr literarisches Werk viele Bezüge zum Geburtsland ihrer Mutter, Japan, auf. In ‚Ich nannte ihn Krawatte‘ (2012), ihrem erfolgreichsten Roman, begegnen sich zwei fremde Menschen in einem japanischen Park: ein kürzlich entlassener Arbeiter und ein „Hikikomorizu“ – so werden in Japan Personen bezeichnet, die sich bei ihren Eltern verbarrikadieren und den Kontakt zu ihrer Familie und der Außenwelt auf ein Minimum reduzieren. Diese immer intensiveren Begegnungen zeichnen ein spannendes, unverklärtes Bild der japanischen Gesellschaft.

Arturas Valudskis inszeniert in der Österreichischen Erstaufführung von ‚Ich nannte ihn Krawatte‘ (Premiere: 15. Februar 2019) das Leben als ständigen Balanceakt, die beiden Protagonisten (gespielt von Andreas Jähnert und Alexander Mitterer) sind ständig auf der Suche nach Halt und Perspektive(n). Yorgos Pervolarakis rundet mit der eigens produzierten Musik die stilsichere Inszenierung ab.

viele Jahre Beziehungen zu Japan am Toihaus…

Anlässlich des Jubiläums gab es Anfang des Jahres die Wiederaufnahme des beliebten Kinderstückes ‚Onigiri‘: Die Künstlerin Yoko Yagihara packt in dieser Musikperformance ihre Sachen und macht sich auf die Reise durch Österreich und Japan. Sie erkundet dabei nicht nur das „Wesen“ kulinarischer Landesspezialitäten, sondern auch den Geschmack der Worte „zu Hause“. Das Publikum erlebt mit Yoko eine poetische Reise voll überraschender Geschichten. Denn schließlich müssen die japanischen Reisbällchen, Onigiri, mit den österreichischen Knödeln verglichen werden.

Und auch beim Theaterfestival für Klein(st)kinder, BIM BAM, wurden die Beziehungen der beiden Länder hochgehalten. Unter anderem beim Stück ‚Vom Feinsten‘: In einem speziell beleuchteten Sandkasten malte die japanische Sandkünstlerin Yuko Tamura live Bilder im Sand, die von einer kleinen Kamera auf eine große Leinwand übertragen wurden – ein Bild wächst in das nächste hinein und nach und nach entsteht eine berührende Geschichte. Musikerin Yoko Yagihara vertont die Geschichten, die übers Miteinander, über die Ferne, übers Reisen und übers Meer erzählen, mit empathischen Kompositionen.

weitere Projekte im Rahmen von „Fokus Japan“:

Im Frühjahr folgte mit „The Lisianthus Flower“ eine Performance, die die japanische Kunst des Blumenarrangierens, Ikebana  in einem einzigartigen Projekt mit österreichischen Traditionen verschmolz. Nach erfolgreichen internationalen Gastspielen wurde im Rahmen von „Fokus Japan“ auch die Toihaus-Produktion „feed and bleed“ wiederaufgenommen, bevor im Herbst das offizielle Jubiläum von „150 Jahre österreichisch-japanische Freundschaft“ begangen wird.

The Lisianthus Flower – Workshop: Sa 4.& So 5.5. – jeweils 14 – 17 Uhr  Toihaus

The Lisianthus Flower – Tanzperformance: So, 5.5.,  19:30 Uhr

feed and bleed: Fr, 24.5., 25.5., 19:30 Uhr Toihaus

 

Mehr Informationen zum Jubiläum (Universität Wien)